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Michael Kobler, Weltumsegler & Eigner einer Cyclades 43.4

Der Verkäufer unseres Bootes hat uns 2019 viele brauchbare Tipps gegeben. Er meinte jedoch, ein Faltpropeller sei etwa das Letzte was er montieren würde, bringe eh nix. Nun er hatte andere Motive, vor allem nicht das Ziel gut um die Welt zu kommen und das vielleicht noch ohne lärmigen Dauerbetrieb von Welle und Getriebe und 10-15% schneller.

Die Pro-Argumente führten uns sogar zu einem Drehflügler, vor allem da die Mechanik innwendig liegt und nicht wie bei den meisten Faltprops außerhalb. Ein mit Muscheln verhockter Faltprop könnte ein Motorausfall bedeuten und mit etwas Pech am falschen Ort zur falschen Zeit ein Komplettverlust des Bootes. Das schien mir doch eher unattraktiv, denn die geplante Route führte durch die ITCZ (Intertropical Convergence Zone) und in Asien sogar dieser entlang. Dazu kam dann, dass das NO Atlantische Sommerhoch in Alaska und Kanada zusätzlich zu unerwartet vielen Motorstunden führte, teilweise gegen Tidenströmungen bis 6kt.

Heute nach 41'500 Meilen bin ich überzeugt, dass der Prop nicht nur fast wie neu aussieht, sondern auch mechanisch immer noch in einem sehr guten Zustand ist, trotz diverser Widrigkeiten die einem begegnen wie Eis, Abfall und vor allem Holz das in Alaska und Asien in großen Mengen herumschwimmt. Ich weiß noch genau wo wir bei Sitka das erste größere Stück Holz übersehen und zermalmt haben, es sollten sogar einige ganze Baumstämme folgen welche in den Tropen manchmal ein spezifisches Gewicht aufweisen, das sie knapp unter der Oberfläche schwimmen lässt.

Froh waren wir auch um den Rope Cutter, wer weiß wie viele Tauchgänge er mir erspart hat, es waren auch so noch genug, vor allem wegen Plastiksäcken und Fischsilch (Angelschnur). Einzig die 40mm Leine einer Perlfarm im Südpazifik konnte er nicht zerschneiden. Auf langen Passagen in starken Bedingungen ist Müdigkeit Normalität. Wenn dann der Wind auf einmal abgibt und das übrigbleibende, oft mehrere Meter hohe Gewell einen Motoreinsatz erfordert gibt es unweigerlich Bedienungsfehler wie Motor starten bei eingelegtem Gang, auch das hat er gut überstanden.

Der Service ist einfach und konnte sogar im Wasser durchgeführt werden. Etwa alle 9-12 Monate haben wir die Anode ersetzt und mit der Fettpresse das alte Fett rausgedrückt, that‘s it. Mit dem Antifouling taten wir uns etwas schwer, speziell wenn unser Boot mal länger in einer Marina mit "wüchsigem" Wasser lag, aber das abkratzen sogar von festgewachsenen Muscheln mit Metallspachtel, konnte dem Material nichts anhaben. Eisklasse halt.

Ein Dankeschön an die Firma SPW für die gute Beratung in Friedrichshafen und die gehaltenen Versprechen. Das war eine wirklich lohnende Investition beim Umbau auf ein Blauwasser-Boot.

Michael Kobler - Weltumsegler mit VARIPROP GP-107 4-Blatt an seiner IKARUS, einer Cyclades 43.4

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